Die Tür des gelben Zimmers öffnet sich.........
Niemand zu sehen.
Doch halt:
Tief in die Sofas versunken
liegen die proficientes
müde und völlig schlaftrunken.
Niemand muss deren Schicksal teilen,
sondern kann gemütlich im Bettchen verweilen.
Sie sehen den Lehrer heraneilen,
er sieht:
Sie hängen in den Seilen.
"Ja, was denn" ertönt es, und auch ein ermunterndes "auf,auf" von
Magister Flosculus ist kein wirklicher Grund, sich zu erheben. Erst nach schwacher Erinnerung an die
fast vergessene "pietas", die sie am frühen Morgen schon aus dem Bett in die Schule getrieben
hatte, stehen die proficientes langsam , unter lautem Ächzen und Stöhnen auf.
Langsam schlurfenden Schrittes trottet der Haufen ins Klassenzimmer: Dort wartet schon der Lehrer, beflügelt
von der "cupiditas", endlich anzufangen. Während alle langsam ihre Plätze suchen, teilt er schon
die zahlreichen Kopien aus, die wie immer daran schuld sind, dass er mit einer viertel Stunde Verspätung
zum Unterricht eintrifft:
Während K.B. verträumt aus dem Fenster schaut und dabei ihre Quadrate aufs Blatt malt, sorgt M.C. für die
Verminderung seines SmS- Guthabens und M.P. packt seine Mathe- Hausaufgaben aus.
Der Leistungskurs dagegen ergeht sich in philosophischen Diskussionen über die Liebschaften Ovids, die
Wehleidigkeit Ciceros und die Ethik Senecas.
Magister Flosculus begeistert sich besonders für seine stundenlangen Monologe. Die dabei herrschende
Konzentration wird allerdings regelmäßig von V. Sch.&lsquo:s Kampf-Nieser unterbrochen. Nur sehr ungern lässt
sich unser Magister vom Pausengong aus seinen geistigen Höhenflügen reißen.

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