In 666 Tagen um die Welt


Weltreise des LK Biologie

Während der Vorbereitungszeit der großen Reise in fast alle Teile dieser Erde, fanden sich viele Interessierte. Doch als feststand, dass der Tour-Guide Konradin Konradius hieß, ließen sich nur 11 Naturbegeisterte auf das Abenteuer ein.
Als wir Hockenheim mit leichtem Gepäck verließen, war uns nicht bewusst, dass wir am Ende unter dem stetig wachsenden Gewicht fast zusammenbrechen würden. Mit dem Flugzeug erreichten wir den afrikanischen Dschungel, wo wir wenig Zeit hatten, uns mit der Lage vertraut zu machen. Anfangs fiel es uns sichtlich schwer mit unserem Guide Schritt zu halten, doch unsere Kondition wurde besser. Die Suche nach den Ursprüngen des Lebens konnte beginnen. Konradin Konradius erzählte von vergangenen Zeitaltern und unterstützte die Gruppe bei der Spurensuche nach Affen und hominiden Überresten. Auch beim Angriff einer mutierten Riesendrosophila erwies sich unser Guide als (mehr oder weniger) geschickter Jäger, als er (nur mit einem einfachen Handtuch bewaffnet) die Fliege erlegte. Folgend versuchten wir das Geheimnis der Vererbung zu ergründen. Dieses Unterfangen wollte und wollte uns nicht gelingen: Wir hatten uns im Dickicht der Genetik verfangen und liefen Tage, ja wenn nicht sogar Wochen im Kreis. Herr Konradius war schon am Verzweifeln, als ihn der Fund eines „homo africanus gaußianus“ für viele der Mühen entschädigte. Manu, der sowieso gern in jedes Fettnäpfchen tritt, war zufällig über das Skelett gestolpert. Zur Belohnung bereitete Herr Konradius uns ein mehrgängiges Menü, wobei er sich als 5*-Koch erwies. Auch Marleen konnte mit einer hervorragenden Süßspeise die anderen Teilnehmer verzücken.
Die mutigen Abenteurer traten nun die weitere Reise per Schiff nach Asien an. Während der Fahrt wurden einige von uns seekrank. Nur Eva D. ,die mit dem rauhen Element des Wassers schon vorher vertraut gewesen war, schien sichtlich unbeeindruckt. Die Ausführungen unseres Guides über die menschlichen Organe, Reizaufnahme, Verarbeitung und Weiterleitung waren sehr anschaulich und wurden mit großer Begeisterung vorgetragen, die von der Reisegruppe leider nicht an jedem Tag geteilt werden konnte. Mit Unverständnis und Entsetzen reagierte er auf unser Achselzucken, wenn wir wiedereinmal eine seiner häufigen Quizfragen nicht beantworten konnten. Julia Str. wurde zur gern gesehenen Kandidatin. In Asien angekommen, erkundeten wir die Flora und Fauna. Konradin Konradius konnte auch hier mit seinen Kenntnissen der wissenschaftlichen, sowie auch der umgangsprachlichen Bezeichnungen beeindrucken. Von Nachteil war jedoch, dass wir durch die ekstatischen Vorträge das Nachtlager nicht rechtzeitig erreichten. Unsere Augen passten sich nur langsam der Dunkelheit an, aber die anderen Sinne wurden geschärft. Besonders Natalie fand sich sehr gut zurecht und führte die Gruppe an. Dennoch waren uns nachts sehr viele Lebewesen überlegen, da sich ihre Organe durch evolutive Vorgänge an die Umweltbedingungen angepasst hatten. Schon in den folgenden Tagen wurden wir auf die nächste Probe gestellt. Plötzlich wurden wir von Verena W. durch einen gellenden Schrei geweckt. Ihre Arachnophobie rettete Julia Ste., in deren Nähe sich eine giftige Spinne befand, das Leben. Ihr Körper reagierte unmittelbar auf die Gefahr, sodass sie sofort flüchten konnte. Kathrin Pf. unterrichtete die Gruppe über dieses Phänomen (Fight-or-Flight). Der Guide liebte es nämlich, wenn die Teilnehmer sich hin und wieder selbstständig Themengebiete erschlossen und ihre Ergebnisse der ganzen Gruppe präsentierten. Vor allem Sandra, Natalie und Yvonne lösten diese Aufgaben meist tadellos. Aber auch die anderen Teilnehmer verbesserten sich von Mal zu Mal, wenngleich die „hecktischen Flecken“ von Nelli nie ganz verschwanden. Um uns von den Strapazen des vergangenen Jahres zu erholen, setzten wir mit dem Luxusdampfer nach Südamerika über. Beim Bowling spielen glänzte unser Guide mit einer gelungenen Fred-Feuerstein-Imitation. Obwohl er sich dabei mehrmals ungewollt auf der Bowling-Bahn niederließ, gewann er haushoch.
Um das vorrangige Ziel der Reise (die Vorbereitung auf den Wissenstest) nicht aus den Augen zu verlieren, machten wir einen kurzen Abstecher auf den Galapagos-Archipel, wo wir die berühmten Darwinfinken aus nächster Nähe beobachten durften. Dies war auch für Konradin Konradius ein besonderer Höhepunkt.
In Südamerika schließlich erforschten wir verschiedene Tropenkrankheiten und mögliche Impfschutzverfahren. Mit dem Flugzeug kehrten wir dann endgültig in die Zivilisation zurück. Wir wurden schon erwartet, um in einem der renommiertesten Labors Nordamerikas ein umfangreiches Gentechnikpraktikum durchzuführen. Endlich erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt, da wir den schriftlichen Teil des lang gefürchteten Wissenstest (in unserem Teil der Erde mitunter auch „Abitur“ genannt) zu bestreiten. Dank unseres Tour-Guides waren wir bestens vorbereitet. Doch danach ging die Reise weiter- diesmal quer durch Europa - wobei wir das Verhalten des gemeinen Europäers beobachten sollten. Einige ganz Mutige wagten sich nach der Rückkehr ins Gauß tatsächlich noch in eine mündliche Wissensabfrage durch den Tour-Guide.

Lieber Herr Konrad, Vielen Dank für zwei tolle, abwechlungsreiche und spannende Jahre Bio-LK. Wir hatten sehr viel Spaß und haben viel bei Ihnen gelernt. Die zahlreichen LK-Treffs und Exkursionen, wie auch die Studienfahrt, werden unvergesslich bleiben.

Im Namen aller „Forschungsreisenden“ , Julia Steringer

Foto des Bio-LKs



© Julia Steringer, 2002